Familie von Bernstorff

Schlossführungen

Seit 1694 ist Schloss Gartow Sitz der Grafen Bernstorff. Auch heute noch wird es von der Familie von Bernstorff privat bewohnt. Im Rahmen einer Führung haben Sie die Möglichkeit, über die Historie des Barockschlosses sowie einiger seiner prominenten Bewohner und Bewohnerinnen im Kontext der europäischen Geschichte zu erfahren. Sie werden von Familienmitgliedern über die Parkanlage, durch den Saal sowie in die historische Bibliothek geführt.

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Termine in 2024:
Fr. 14.6.24 16 Uhr
Fr. 16.8.24 16 Uhr
So. 8.9.24 -Tag des offenen Denkmals- 15 Uhr

Führung durch Familienmitglieder
Begrenzte Teilnehmerzahl

Nur mit Anmeldung bei der Tourist-Information Gartow,
Tel.: 05846 333
Email: touristinfo@gartow.de
Treffpunkt: Schlosshof, vor dem letzten Tor
Kosten: 12 € pro Person
Parkplatz: Besucherparkplatz vor dem Schlosshof (nicht auf dem Schlosshof)

Die Einnahmen gehen als Spende an den gemeinnützigen Verein.

Veranstalter: Bildungs- und Freizeitzentrum Gartow e.V.

Familie von Bernstorff

Historie

1694 kaufte Andreas Gottlieb v. Bernstorff, Kanzler des Herzogs Georg Wilhelm von Celle und danach erster Minister des Kurfürsten von Hannover, des späteren König Georg des I. von England die Gutsherrschaft Gartow mit 24 Dörfern von der seit 250 Jahren hier ansässigen Familie von Bülow.

Wo wir jetzt einen geschlossenen Waldkomplex von 5.700 ha vorfinden, gab es damals nur ausgedehnte Heideflächen mit Sanddünen und im Süden große Moore. Andreas Gottlieb von Bernstorff schuf durch Anlage von großen Gräben zur Entwässerung der Moore und durch andere Bodenverbesserungsmaßnahmen die Voraussetzung zur Errichtung landwirtschaftlicher Betriebe.

Allerdings wurden erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch großflächige Aufforstungen die heutigen Wälder begründet.

Mit dem Bau des Barockschlosses 1710 und der Barockkirche 1724 durch den cellischen Baumeister Johann Borchmann erhielt Gartow den Charakter einer kleinen Residenz, der sich bis heute bewahrt hat.

Ein 1720 von A.G. v. B. verfasstes Familienstatut sollte den Besitz der Familie über Jahrhunderte erhalten. Er legte den Besitzern ans Herz, nicht auf den eigenen augenblicklichen Vorteil zu sehen, sondern an die Zukunft und das Beste der Nachkommen zu denken.

Diese Tradition versuchen die Besitzer bis heute zu bewahren; sie bewirkt, dass der Besitz in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Denn Nachhaltigkeit bedeutet für unseren Betrieb keine bloße Formel – es ist das Leitbild der Familie und ihrer Betriebe.

Die Familie von Bernstorff hat eine jahrhunderte alte Tradition, der sie sich verpflichtet weiß.
Eine dieser Traditionen ist beispielsweise das Fideikommissrecht, das zwar zivilrechtlich heute nicht mehr gilt, aber in Familien mit altem Grundbesitz in der Regel noch aufrecht erhalten wird.
Ziel dieses Rechts ist es, den Familienbesitz, z.B. Grund und Boden sowie Vermögen, nicht zu zersplittern. Dies ist einerseits eine Bevorzugung des Erben, andererseits eine große Verpflichtung.

 

Im Bernstorff’ schen Familienstatut ist einiges davon festgehalten und hat seine Gültigkeit bis heute. Ausgehend von diesen Grundsätzen hat sich ein Leitbild für die Wirtschaftsweise und die Handlungsfelder der Bernstorff’ schen Betriebe entwickelt. Der Besitz ist als ein Ganzes zu betrachten und ist dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Ziel ist es, den ganzen Besitz nicht nur als wirtschaftliche sondern auch als kulturelle Einheit zu erhalten, nachhaltig zu bewirtschaften und die Basis ständig zu verbessern.
Die Erhaltung solcher konservativer Strukturen ist nur möglich, wenn eine ständige Anpassung an die sich verändernden Zeiten stattfindet. Diese Anpassung ist sowohl im organisatorischen wie im Produktionsbereich notwendig.